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Handy-Ortung im Krieg verhindern

Gerd Heinz

Der Autor hatte das große Glück, sein Leben bislang in einer glücklichen Zeit des Friedens und des Aufbaus von Wohlstand zu verbringen. Leider zeigen die Ukraine, aber auch Syrien, Libanon, Gaza oder der Iran, daß Kriege wohl unumstößlich und bis in alle Ewigkeit zur Geschichte der Menschheit dazu gehören werden. Wahrscheinlich ist es in Zeiten permanenter Bevölkerungsexplosion eine Illusion, zu glauben, die Menschheit wäre lernfähig.

In der Ukraine zeigt sich, daß nahezu jeder Soldat ein Handy besitzt, um den Kontakt zur Familie, aber auch zu Vorgesetzten oder Untergebenen halten zu können. Und Handys senden ihre Position, d.h. ihre GPS-Daten i.a. auch im ausgeschalteten Zustand, eine Errungenschaft, die wir wahrscheinlich den Lobbyisten von Sicherheitsdiensten zu verdanken haben. Damit ist die Position des Trägers eines Handys permanent für all jene sichtbar, die über geeignete Tracking-Software verfügen.

Elektronische Kriegführung wird damit zur Waffe. Einerseits werden am Fließband produzierte, spottbillige Drohnen und Raketen immer effizienter, andererseits sind klassische Abwehrraketen hundertfach teurer, als abzuschießende Raketen. Ein sofortiger Strategiewechsel ist entscheidend, will man in einem Krieg der Zukunft auch nur die Spur einer Chance haben.

Dabei spielen die GPS-Empfänger (GPS Global Positioning System) der Handys eine besondere Rolle. Beherrscht man die Mobilfunkmasten oder Satelliten wie Starlink (das Handy kommuniziert dabei nicht über Mobilfunkmasten, sodern über bislang rund zehntausend Satelliten von Elon Musk), so ist es vergleichsweise einfach, herauszufinden, welche Handys im Kriegsgebiet aktiv sind.

Um ein Handy abzuschalten, würde nur eine sehr umständliche Methode wirksam sein: Das Herunterfahren mit Unterbringung in einem Metallbehalter. Läßt man es in einer Metallkiste an, wird es mit höchster Sendeleistung versuchen, den nächsten Handymast zu erreichen. Der Akuu wäre schnell entladen. Stellt man auf Flugmodus oder fährt es nur herunter, könnte dennoch eine verborgene Software im Hintergrund dafür sorgen, daß es GPS-Daten senden kann und daß damit meine Position verraten wird.

Dazu schleust man in ein Handy zum Beispiel einen Trojaner-Virus ein. Dann lassen sich die vom Handy empfangenen GPS-Daten von Dritten abhören: Man kann den Aufenthaltsort des Handys in Echtzeit über Google-Maps ähnliche Tools beobachten, um die laufenden Positionen des Gegners, aber auch die der eigenen Leute orten zu können. Damit steht sofort die Möglichkeit offen, wiederum GPS-gesteuerte Drohnen oder Raketen auf feindliche Handys zu lenken um den Gegner punktgenau zu vernichten.

Nun kritisieren Datenschützer schon lange, daß (GPS-) Bewegungsprofile von Nutzern sogar schon im Darknet verkauft werden. So existieren Datensammler, die die Vorlieben von Handy-Besitzern bei deren Einkaufswegen beobachten. Geht jemand ausschließlich zu NETTO, so braucht man diesem keine Werbung von REWE anzubieten. Macht jemand mit Vorliebe AIDA-Reisen, so kann man ihm gezielt solche anbieten.

Nun kann man den Verkauf von Bewegungsprofilen und Standortdaten per Gesetz verbieten. Damit wird aber das Problem nicht gelöst, wenn Dritte aus dem Ausland agieren. Wie also kann man ein Handy gegen unberechtigten, fremden Zugriff auf Standortdaten (auf den GPS-Empfänger) schützen? Wie kann man verhindern, daß mein Handy meine aktuelle Position verrät?

Ein sicheres Handy?

Denkt man intensiv darüber nach, was eigentlich zu tun wäre, um die illegale Ermittlung von Bewegungsprofilen und Standortdaten meines Handys über Trojaner zu verhindern, so wird deutlich, daß es keinerlei elektronisches Mittel gibt, dies tun zu können. Sämtliche Softwaremittel können von Hackern oder von Entwicklern des Betriebssystems außer Betrieb gesetzt werden.

Was aber kann man tun? Ganz einfach: Man kann den GPS-Empfänger (das ist ein integrierter Schaltkreis oder Schaltungsmodul im Handy) nur physisch abschalten!

Es klingt eher vorsintflutlich, aber der wohl einzig sichere Weg dahin ist eine physische Stillegung des GPS-Empfängers durch einen mechanischen Schalterkontakt, der nur vom Nutzer bedient werden kann und der durch keinerlei Software beeinflußbar ist.

Schaltungsvarianten

Nun wird ein zusätzlicher Schalter am Handy aus verschiedenen Gründen ungeeignet sein. Einerseits braucht er zuviel Platz, andererseits kann er ausfallen, auch könnte Wasser eindringen.

Es existieren aber zwei Möglichkeiten, die realistisch erscheinen.

Während die Nadel-Variante (Bild 1) für den Bastler in Frage kommt, der sein Handy nachrüsten will, wird die professionelle Variante der Zukunft die des Einbaus eines Reed-Schalters (Bild 2) sein.

Nun kann die Vorliebe von Nutzern verschieden sein. Der eine möchte sein Handy mit dem Schalter einschalten, der andere möchte das Handy damit ausschalten. Beide Varianten sind mit nur einem Kontakt realisierbar, siehe Bild 2.

Bliebe beim Reed-Schalter noch die Frage der magnetischen Betätigung zu klären.

Am einfachsten kann ein Permanentmagnet zur Betätigung des Reedkontakts benutzt werden. Schaltet dieser den Reedschalter ein, so wäre diese Variante für Nutzer geeignet, die Google-Maps nur im Auto benutzen und deren Handy nur dort an eine Magnethalterung geklickt wird. Die Magnethalterung kann zugleich den Reedkontakt betätigen. Das Handy würde dann seine GPS-Daten nur preisgeben können, wenn man im Auto sitzt und es am Magnethalter klebt.

Für die Armee wäre indes eine schaltbare Variante denkbar. In eine robuste Handyhalterung aus Plastik kann eine flache Spule an der Stelle eingebaut werden, über der der Reedkontakt liegt. Setzt man die Spule mit einem Schalter im Armaturenbrett des Fahrzeugs unter Strom, Bild 3, so wird der Reedkontakt eingeschaltet und mit ihm der GPS-Empfang. Auf diese Weise kann der Fahrer bestimmen, wann seine Position für Freund und Feind sichtbar ist.

Für den Gebrauch außerhalb des Fahrzeugs wäre eine Schutzhülle mit Magnet sinnvoll, in die das Handy vorwärts oder rückwärts eingeschoben werden kann, um den Reed-Schalter auszulösen oder nicht auszulösen.

Bliebe als letzte Frage: Welches Pin sollte am GPS-Modul unterbrochen oder aktiviert werden?

Die Idee, die Betriebsspannung des GPS-Moduls zu unterbrechen, scheint sinnvoll. Sie ist aber unsicher, wenn der Modul einen sehr geringen Strombedarf hat. Dann kann er auch über einen externen Clock-Eingang soviel Strom erhalten, daß er Daten liefert. Sicherer wäre es, die serielle Ausgabe vom Modul an das Handy zu stoppen (UART-TX-Pin) oder die Taktversorgung des GPS-Moduls zu unterbrechen.

Bliebe noch anzumerken, daß der Name GPS hier im verallgemeinernden Sinne gebraucht wird, gleich ob es sich um das amerikanische GPS (NAVSTAR), das russische GLONASS, um GALILEO der EU, oder das chinesische BEIDOU handelt.

Fazit

Will sich eine Nation rechtzeitig und ernsthaft auf diese neue Form möglicher Kriegsführung einstellen, dann sollten Handys ohne physisch abschaltbare GPS-Module nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen.



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Created 2026/04/08
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